Grosse Batteriesysteme aus Baden für den ÖV

Grosse Batteriesysteme aus Baden für den ÖV

Es tut sich was in der Schweiz. Neben den bekannten kleineren Batteriepacks für Laptops, Tablets sowie für Handys und Elektrogeräte usw., die meistens aus Asien importiert werden müssen, steigt unser Land nun vermehrt in die Herstellung von grösseren Batteriesystemen ein. Grund: Die boomende Elektromobilität verlangt nach immer besseren und effizienteren Versorgungssystemen. Wer Batterien und Akkus liefern kann, hat gute Karten im künftigen Business mit dem grünen Verkehr. Der Schweizer Industriekonzern ABB will das Geschäft nicht den Asiaten überlassen und investiert in der Heimat in die Produktion von Energiespeicher-Systemen.

In Baden nimmt die ABB eine Produktionsstätte für Batteriemodule in Betrieb. Diese sollen vor allem im öffentlichen Verkehr zum Einsatz kommen, in Bussen und Zügen, und so dazu beitragen, den ÖV umweltfreundlicher zu machen. Kürzlich wurde die Anlage der Öffentlichkeit vorgestellt.

Energiespeichersysteme sind eine Schlüsseltechnologie für die Zukunft der nachhaltigen Mobilität. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Elektrifizierung und Dekarbonisierung des Strassen- und Schienenverkehrs: Leistungsfähige Energiespeicher sind etwa Grundvoraussetzung für den Betrieb von Elektro-Bussen und -LKWs und ermöglichen dort unter anderem auch, die durch Rekuperation gewonnene Bremsenergie zu speichern. Daneben erhöhen die Energiespeicher die Flexibilität von Trolleybussen, die dank ihnen längere Strecken ohne Oberleitung fahren können. Anders als in der Schweiz gibt es weiter in vielen europäischen Ländern immer noch unzählige nicht elektrifizierte Bahnstrecken.

Durch die Integration eines Energiespeichersystems lassen sich Dieseltriebzüge zu Diesel-Hybridfahrzeugen umrüsten, wodurch sich die CO2-Emissionen in der Grössenordnung von 30% reduzieren lassen und signifikante Energieeinsparungen durch Rekuperation möglich sind. Generell eröffnen diese Energiespeicher Verkehrsbetrieben viele Möglichkeiten, ihre Fahrzeugflotten für eine nachhaltigere Mobilität nachzurüsten. Beispiel: So verkehren in der Stadt Zürich die Trolleybusse der Linien 33 und 72 zwischen Albisriederplatz und Hardplatz bereits planmässig im Batteriemodus. Baustellen können heute meist ohne temporäre Fahrleitungen überbrückt werden, solange die durchgängige Energieversorgung des Gesamtnetzes gewährleistet bleibt. Dienstfahrleitungen und komplexe Fahrleitungsknotenpunkte werden, wo betrieblich und wirtschaftlich sinnvoll, schrittweise zurückgebaut.

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