Guido Küng, Geschäftsleiter Accutron AG

Mobilität ist das Gebot der Stunde. Die Menschen wollen heutzutage jederzeit und an jedem Ort ihre mobilen Geräte und Systeme einsetzen können, ohne zuerst irgendwo einen Stromanschluss suchen zu müssen. Um dies zu realisieren, benötigt man Batterien und Akkus. Die Accutron AG ist seit rund 15 Jahren professioneller Anbieter von Batterien/Akkus aller Art. Welches sind die Trends und Einsatzgebiete der gebräuchlichsten Produkte?

Wir unterhielten uns mit Guido Küng, Geschäftsführer dieses Unternehmens.

JF: Herr Küng, Sie sind in einem anspruchsvollen Marktsegment tätig, welches sehr viele professionelle Lösungen im gesamten Strombereich anbietet. In Ihrer Werbung lautet das Motto: «Von Alkaline bis Kohle-Zink». Um was geht es dabei konkret?

Guido Küng (GK): Um Batterien und Akkus aller Art. Im mobilen Bereich sind dies professionelle Batterien, die immer mehr die bekannte Lithium-Ionen-Technik als Basis verwenden. Man findet sie in E-Autos (zum Beispiel im Tesla, wo rund 8000 solcher Batterien im Unterboden des Wagens zu finden sind), aber auch in mobilen Geräten wie in Handwerkzeugen/ Gartengeräten und dergleichen.

Accutron ist bewusst im industriellen Segment aktiv, unsere Akkus gehen zu 80% in Medizingeräte, wo vor allem die Qualität das wichtigste Argument ist. In unseren Applikationen sind gezielte Beratung und After-Sale-Betreuung im Vordergrund. Jede Applikation ist anders.

JF: Welche gebräuchlichsten Batterien-Typen haben Sie im Verkaufsprogramm und wo werden diese eingesetzt?

GK: Wir führen alle bekannten, respektive gängigen Batterien/Akkus für den industriellen Einsatz, angefangen bei den Blei-Akkus, die ein äusserst günstiges Preis-/Leistungsverhältnis aufweisen. Eingesetzt werden diese in der Stromabsicherung (USV), Notlichtanlagen usw.

Die Nickel-Cadmium-Batterien ihrerseits werden, und dürfen nur noch, in Medizin-Applikationen, in der Aviatik und im Militär verwendet werden. (Es existiert jedoch ein Gerücht, dass die EU ein Importverbot für diese Cadmium-Typen aussprechen wird.) Grund: Alle Akkus sind ja eigentlich giftig, aber der Cadmium-Typ ist der Giftigste.

Nickel-Metallhydrid ist teilweise als NiCd-Ersatz denkbar, die Energie-Dichte ist jedoch ca. 50-mal geringer als bei den Lithium-Technologien. Lithium wird also die Ni-Mh immer mehr ersetzen.

Lithium-Eisenphosphat z.B. wird in Notlicht und ebenfalls in der Medizinal-Branche geschätzt. Diese Technologie gilt als der «Traktor» im Batterie-Bereich, da sie sehr robust ist. Bemerkenswert: Alle anderen Akkus sind auf etwa 350-550 Wiederauflade-Zyklen beziffert, diese jedoch auf erstaunliche rund 2000 Zyklen.

JF: Wie war das Geschäftsjahr 2018 für Sie?

GK: 2018 war eigentlich recht gut. Im Segment LED waren wir ein wenig auf Talfahrt, jedoch im Batterie-/Akku-Bereich ging es weiterhin aufwärts, was uns wieder auf Gleichstand zu 2017 führte. Unsere Kunden profitieren von unserer langjährigen Erfahrung bei professionellen Applikationen, und schätzen unsere sehr persönliche Betreuung enorm. Wie bereits erwähnt, ist der Schlüssel zu unserem Erfolg die Qualität von absoluten «Hightech-Herstellern» zu einem passenden Preis.

JF: Wie schätzen Sie 2019 ein?

GK: Dieses Jahr hat gut angefangen. Die Wirtschafts-Prognosen sehen jedoch eine gewisse Zurückhaltung voraus. Grund: Handelskrieg USA gegen den Rest der Welt, Brexit und vieles mehr. Es bleibt zu hoffen, dass es lediglich bei Wirtschaftsverschie-bungen, statt einem Rückgang bleibt. Wichtig dabei ist für die Schweiz auch, dass unser Verhältnis zur EU in gesundem, vernünftigem, und nicht in neidisch, diktatorischem Einvernehmen sein kann.

Interview, geführt im März 2019

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