Batteriezellen-Fertigung: Europa im Rückstand

Europa im Rückstand

Viel zu lange hat man in Europa mit der Herstellung von Batteriezellen in grossen Stückzahlen zugewartet. Überall werden aber mobile Geräte und Systeme aller Art hergestellt, welche ihrerseits Akku-Packs und Batterien für die unabhängige Stromversorgung voraussetzen. Woher kommen diese?.

Viel zu lange hat man in Europa mit der Herstellung von Batteriezellen in grossen Stückzahlen zugewartet. Überall werden aber mobile Geräte und Systeme aller Art hergestellt, welche ihrerseits Akku-Packs und Batterien für die unabhängige Stromversorgung voraussetzen. Woher kommen diese? Aus Asien, das heisst im Wesentlichen aus China, Korea und Japan! In Deutschland ist die so extrem wichtige Automobil-Branche nun mit Schrecken aufgewacht und stellte fest, dass das Land im Bereich Batteriezellen-Fertigung richtiggehend «geschlafen» hat. Man hat zwar immer wieder darüber diskutiert, aber zu spät wirklich reagiert. Der deutsche E-Pionier Günther Schuh, Chef der e.GO Mobile AG, drückte dies in folgenden kritischen Worten aus: Hätten wir mehr Ahnung gehabt, hätten wir in Deutschland generell viele Entscheidungen nicht vertagt! Ein gängiger deutscher Slogan lautet nicht umsonst: Hätte, hätte, Fahrradkette!

TESLA hat in der Vergangenheit gezeigt, wie sowas geht. Das Unternehmen kann ihre innovativen E-Autos in den diversen Grössen weltweit sehr gut absetzen. Zuerst ging es damals mit dem im Luxussegment positionierten Tesla S los, dann kamen kleinere und billigere Modelle und es gab dort seinerzeit bereits bei der Ankündigung Vorausbestellungen im Umfang von erstaunlichen 400’000 Stück! Brauchte es wirklich solche Verkaufserfolge der Amis und der Asiaten? Action now! Das Autoland Deutschland riskiert sonst, in der Zukunft weltweit grosse Marktanteile zu verlieren. Hunderttausende von Jobs bei den Herstellern und vor allem auch bei den Zulieferern sind zudem in Gefahr, falls der Umstieg auf E-Mobile nicht wirklich gelingt. Ein bisschen Hoffnung gibt es noch: VW, Audi, Daimler und sogar Porsche setzen nun voll auf E-Mobile. Lieber zu spät als gar nicht!

Was heisst das für die Schweiz? Unser Land hat zwar keine eigene Autofertigung, verfügt jedoch über sehr viele Zulieferer für herkömmliche Motorentechnik. Diese ändert sich stark bei der innovativen E-Fertigungstechnik. Ein E-Auto benötigt markant weniger Bauteile als herkömmliche Benziner/Diesel-Wagen. Kein Getriebe, keinen Tank, keine Auspuffanlage und vieles weniger. Aber Achtung: Beim E-Auto machen die Batterie-Kosten fast 50 Prozent der Materialkosten aus und Fachleute weisen bereits darauf hin, dass die Preise infolge der vorhersehbaren Verknappung der benötigten Rohstoffe auch in Zukunft kaum sinken werden. Kurzum, der generelle Elektroboom wird laut den Fachleuten sehr bald Engpässe bei Batterie-Rohstoffen bringen, falls E-Autos wirklich auch in riesigen Stückzahlen herumfahren sollten. Was fehlt sonst noch? Zurzeit gibt es viel zu wenige Ladestationen mit einheitlichen Stecker-Schnittstellen. Deutsche E-Autos sind meiner Meinung nach im kleinen und mittelgrossen Segment noch (zu) teuer! Wenn man die Euro-Preise (z.B. 35'000 Euro) in die damalige DM-Währung umrechnen würde, wären dies locker 70'000 Mark! Die Löhne sind bei weitem nicht so gestiegen, im Gegenteil. Und solange viel Strom noch aus Kohlekraftwerken kommt, ist es mit dem Umweltschutzgedanken der E-Mobilität nicht weit her. Sorry!

FAZIT: Es gibt viel zu tun, nur anpacken muss man es auch!

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